Wenn der Autoresponder plötzlich Spam verschickt
Warum automatische Antwortmails zu einem echten Problem werden können
Autoresponder – also automatische Antwortmails, die beispielsweise im Urlaub oder bei einer Abwesenheitsnotiz verschickt werden – sind grundsätzlich nützlich. Sie informieren Absender schnell darüber, dass ihre Nachricht eingegangen ist und wann sie mit einer Antwort rechnen können. Doch genau diese Funktion kann ungewollt zum Werkzeug für Spammer werden.
Wie das funktioniert
Viele Spam-Mails werden mit gefälschten Absenderadressen verschickt. Das ist technisch leicht möglich, denn beim Versenden einer E-Mail kann praktisch jede beliebige Adresse eingetragen werden – auch wenn sie gar nicht existiert.
Wenn nun jemand mit einem aktivierten Autoresponder eine solche Spam-Mail erhält, passiert Folgendes:
- Der Mailserver schickt automatisch eine Antwort – nicht an den eigentlichen Spammer, sondern an die gefälschte Absenderadresse.
- Diese Adresse gehört in Wirklichkeit einer unschuldigen dritten Person – oder existiert gar nicht.
So entsteht eine Lawine aus automatischen Rückmeldungen, die Millionen unnötiger Nachrichten verursachen kann. Im Extremfall führt das sogar dazu, dass der Mailserver des „Antwortenden“ selbst auf Spamlisten landet.
Beispiel aus der Praxis
Ein klassischer Fall: Ein Spammer verschickt massenhaft Mails, bei denen als Absenderadresse z. B. info@beispiel.de angegeben ist. Diese Adresse gehört aber einem normalen Unternehmen. Empfänger mit aktivem Autoresponder schicken nun fleißig automatische Antworten an diese Adresse – teilweise Tausende. Das Unternehmen bekommt plötzlich eine Flut von Eingängen, die es nie verursacht hat.
Wie kann man sich schützen?
Es gibt einfache Maßnahmen, um das Risiko zu verringern:
- Autoresponder sparsam einsetzen: Nur dort aktivieren, wo sie zwingend nötig sind.
- Antworten präzise einstellen: Keine automatischen Antworten an Absender außerhalb der eigenen Organisation oder an unbekannte Domains.
- Server-Einstellungen prüfen: Viele moderne Mailserver prüfen bereits automatisch, ob eingehende E-Mails legitim sind, bevor eine Antwort versendet wird. Technologien wie SPF, DKIM und DMARC helfen dabei.
- Alternative Formulierungen benutzen: Statt einer automatischen E-Mail genügt in vielen Fällen ein Hinweis auf der Website oder im Footer.
Fazit
Autoresponder sind praktisch, können aber unbeabsichtigt für Spam missbraucht werden. Ein bewusster Umgang mit automatischen Antworten schützt nicht nur den eigenen Ruf, sondern entlastet auch das gesamte E-Mail-System – und damit alle Nutzerinnen und Nutzer.