5/8 Automatische Updates lösen das Grundproblem nicht

Automatische Updates werden oft als einfache Lösung empfohlen. Sie schließen bekannte Sicherheitslücken schneller und sind grundsätzlich sinnvoll, wenn sie in ein kontrolliertes Verfahren eingebunden sind. Sie lösen jedoch nicht den Zielkonflikt zwischen Sicherheit und Verfügbarkeit.

Ein fehlerhaftes Update kann nachts automatisch eingespielt werden und die Webseite bis zum nächsten Arbeitstag außer Betrieb setzen. Eine sicherheitskritische Aktualisierung nicht automatisch einzuspielen, kann wiederum bedeuten, dass eine öffentlich bekannte Lücke stunden- oder tagelang offenbleibt.

Professioneller Betrieb benötigt daher mehr als einen aktivierten Schalter. Dazu gehören mindestens:

- regelmäßige und extern gespeicherte Sicherungen,
- eine schnelle Wiederherstellungsmöglichkeit,
- eine Test- oder Staging-Umgebung für größere Updates,
- eine automatische Überwachung der Erreichbarkeit,
- eine Funktionsprüfung wichtiger Formulare und Prozesse,
- Protokollierung und Sicherheitsüberwachung sowie
- eine klar benannte Person, die bei Problemen tatsächlich reagiert.

Wer diese Aufgaben nicht selbst übernehmen kann oder möchte, benötigt einen verlässlichen Wartungsvertrag. Damit wird aus dem vermeintlich kostenlosen CMS ein dauerhaft zu betreuendes Softwaresystem.

Warum klassische CMS immer komplizierter werden

WordPress begann 2003 als vergleichsweise überschaubare Blogsoftware. Inzwischen soll das System Blogs, Firmenwebseiten, Onlineshops, Lernplattformen, Mitgliederbereiche, Buchungsportale, Nachrichtenseiten und vollständige Webanwendungen abbilden können. Joomla, Drupal, Contao und andere Systeme haben sich ebenfalls über viele Jahre weiterentwickelt und mussten dabei neue Anforderungen berücksichtigen.

Die wachsende Komplexität ist daher nicht einfach schlechte Planung. Sie ist eine Folge des Anspruchs, möglichst viele Anwendungsfälle, alte Installationen und Erweiterungen gleichzeitig zu unterstützen.

Hinzu kommen moderne Anforderungen wie:

- responsive Darstellung auf unterschiedlichen Geräten,
- Barrierefreiheit,
- Mehrsprachigkeit,
- Datenschutz und Einwilligungsverwaltung,
- Suchmaschinenoptimierung,
- strukturierte Daten,
- Zwei-Faktor-Authentifizierung,
- Schnittstellen zu Drittanbietern,
- moderne Bildformate,
- Caching und Performance-Optimierung sowie
- komplexe Redaktions- und Freigabeprozesse.

Das Problem ist nicht, dass diese Funktionen existieren. Problematisch wird es, wenn Betreiber glauben, ein CMS könne trotz dieser Komplexität nebenbei und ohne technische Betreuung betrieben werden.

Viele Administrationsbereiche sind heute so umfangreich, dass ungeübte Redakteure von Menüs, Blocksystemen, Page Buildern, SEO-Ampeln, Cache-Einstellungen und Update-Hinweisen geradezu erschlagen werden. Um die Bedienung vermeintlich einfacher zu machen, werden weitere Plugins installiert – und damit wächst die Komplexität erneut.

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