Als Webserver bezeichnet man einen Computer, der für das Internet benötigt wird. Wie alle Server überträgt er Dateien an so genannte Clients. In der Regel sind das Dokumente wie Webseiten. Der Webserver definiert sich dadurch in erster Linie durch seine Tätigkeit und die entsprechende Software. Technisch unterscheidet er sich kaum von einem gewöhnlichen Server. Die Bezeichnung als Webserver kann irreführend sein, weil er nicht nur im Internet verwendet wird. Auch in Firmennetzwerken kann ein solcher Server seine Anwendung finden. Die Funktion entspricht dann der des Internets. Denn auch im so genannten Intranet können Webseiten angelegt, Daten abgerufen und E-Mails versendet werden. Anders als beim Internet hat man aber von außerhalb keinen Zugriff auf das Intranet. Auch wenn die Nutzer des Intranets Zugriff auf das Internet bekommen sollen, muss das im Webserver festgelegt werden. Sonst werden alle Aufrufe von Webseiten geblockt.
Wie alle Server arbeitet auch der Webserver mit Übertragungsprotokollen. Dazu gehören natürlich die Standards wie IP und TCP, die um http und HTTPS erweitert werden. Die Dokumente, die vom Webserver übertragen werden, sind in der Regel HTML oder Bilddateien. Mit Web 2.0 wurden aber auch dynamische Webseiten immer beliebter. Sie ermöglichen es zum Beispiel, dass ein Nutzer beim Besuch einer Webseite eine personalisierte Startseite angezeigt bekommt. Der Webserver lädt diese Inhalte herunter und sendet sie weiter an den Endnutzer. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie ein Webserver verwendet wird. Am naheliegendsten ist natürlich, dass der Webserver verwendet wird, um Speicherplatz für eine Webseite zur Verfügung zu stellen. In der Tat sind die meisten Nutzer, die einen günstigen Webserver suchen, in der Wirklichkeit auf der Suche nach Speicherplatz für eine Webseite. Der Vorteil eines solchen Servers ist dabei, dass der Speicherplatz um ein vielfaches größer ist. So können auch umfangreiche Seiten angelegt werden. Besonders nützlich ist das dann, wenn die Webseite zum Beispiel noch um ein Forum, einen Onlineshop oder Blogs ergänzt werden soll. Denn dann erhöht sich der Speicherbedarf um ein Vielfaches.
Daneben sind die Webserver aber auch als reine Datentransferserver möglich. Das bekannteste Beispiel ist der E-Mail Server. Ob man eine eigene Emailadresse hat oder einen Provider nutzt, ist dabei erst einmal unerheblich. Denn beides funktioniert auf die gleiche Weise. Emails werden an den Webserver gesendet und von dort aus entweder an einen weiteren Webserver oder an den Empfänger versendet. Gerade von Privatpersonen wird der Webserver auch gerne für den Transfer von Daten genutzt. Man spricht hier vom Filesharing. Da dies auf Plattformen immer risikoreicher wurde, sind viele Besitzer eines Webserver dazu übergegangen, Filme, Fotos und Musikdateien privat auszutauschen. Auch ganze Programme können auf einem solchen Server hochgeladen und von einem anderen Computer wieder abgerufen werden. In der Regel benötigt man dazu lediglich die FTP Adresse des Servers, ein Passwort und ein File Transfer Programm.
Um mit einem Webserver Kontakt aufzunehmen reicht es in der Regel, im Browser eine Internetadresse einzugeben. Eigentlich arbeiten Webserver nur mit IP-Adressen. Das sind Nummern, denen ein Server zugeordnet wurde. Diese Nummern sind einzigartig, so dass immer der richtige Webserver gefunden wird. Da der Mensch aber zu Fehlern neigt und Domains leichter zu merken sind, wird der Server in der Regel über eine solche Adresse aufgerufen. Diese Adresse leitet dann automatisch auf die IP Adresse des Servers weiter. Als Nutzer merkt man davon aber nichts.
Wer einen Webserver benötigt, kann sich diesen selbst zusammenstellen. Gewisse Kenntnisse in Bezug auf Server, Software und Internet sollten aber vorhanden sein. Um eine Webseite oder etwas Ähnliches über einen eigenen Webserver zu betreiben, benötigt daneben auf jeden Fall noch einen Internetanschluss, der ununterbrochen erreichbar ist. Gerade bei kommerziellen Webseiten kann es peinlich werden, wenn der Webserver zur besten Besuchszeit plötzlich nicht erreichbar ist. Denn die meisten Provider trennen die Internetverbindung ihrer Kunden automatisch alle 24 Stunden. Wer einen Webserver betreiben möchte, sollte sich daher bei seinem Provider über besondere Konditionen erkundigen.
Grundsätzlich gilt: Je wichtiger der Webserver ist, desto mehr muss in ihn investiert werden. Um eine gute Erreichbarkeit zu gewährleisten muss das Gerät regelmäßig aufgerüstet werden. Vor allem Erweiterungen des Speichers sind wichtig. Bei Webseiten, die auch einen kommerziellen Erfolg haben sollen, ist auch die Sicherheit des Servers umso wichtiger. Wenn der Webserver durch einen Defekt ausfällt, ist nicht nur die Internetpräsenz nicht mehr erreichbar. Auch wichtige Daten, die auf dem Server waren, könnten verloren gegangen sein. Solche Ausfälle lassen sich nie zu hundert Prozent verhindern. Wenn das Gerät aber rund um die Uhr von einem Fachmann überwacht wird, können die Ausfallzeiten so gering wie möglich gehalten werden. Auch die Datensicherheit spielt bei Webseiten eine wichtige Rolle. Deshalb muss der Webserver über eine Anti Viren Software verfügen, die immer auf dem neuesten Stand ist. Sonst ist es Hackern ein leichtes, den Server mit Viren zu verseuchen oder sich mit Hilfe von Trojanern Daten zu erschleichen.
Man sieht – je wichtiger der Webserver ist, desto mehr Kosten verursacht er. Deshalb ist es vor allem für kleine Unternehmen oder Privatpersonen eine günstige Alternative, sich einen Webserver zu mieten, statt ihn zu kaufen. So zahlt man einen monatlichen Festpreis und profitiert trotzdem immer von modernster Hardware und den neuesten Sicherheitslösungen. Webserver kann man in der Regel in kleinen Stücken als Webspace bekommen oder mit vollem Zugriff.